Die neuen WSAVA-Richtlinien für Welpenimpfungen vom 17. Mai 2013

 

Die WSAVA, World Small Animal Veterinary Association (Weltverband der Kleintierärzte), hat im Mai 2013 neue Richtlinien zur Welpen Impfung erlassen, die dem aktuellen Stand der Wissenschaft angepasst worden sind.

Bis vor kurzem war es üblich, Hunde jedes Jahr gegen Parvovirose, Hepatitis, Staupe, Tollwut und oft auch gegen Leptospirose und Zwingerhusten zu impfen. Die bisher häufig praktizierten jährlichen Auffrischimpfungen wurden mit den neuen Richtlinien nicht nur für unnötig sondern auch für schädlich erklärt!

 

Den englischen Originaltext finden Sie unter diesem Link.

 

1. Empfohlen wird eine Impfung gegen Staupe, Hepatitis und Parvovirose. In Ländern mit Tollwutvorkommen ist auch Tollwut eine empfohlene Impfung

 

2. Wegen der Präsenz der maternalen Antikörper sollte die erste Welpen Impfung nicht vor der 8. Woche erfolgen. Die letzte Impfung gegen Staupe, Hepatitis und Parvovirose sollte bei Welpen in einem Alter von 14-16 Wochen erfolgen. Vor diesem Zeitpunkt könnten noch maternale Antikörper vorhanden sein, die die Impfung blocken, so dass sie unwirksam bleibt.

 

3. 98% aller in diesem Alter geimpften Welpen werden eine jahrelange, möglicherweise lebenslange, Immunität aufweisen!

 

4. Um sicherzugehen, dass die Impfung “gegriffen” hat und der geimpfte Hund nicht unter den 2% ungeschützter Hunde ist, sollte eine Auffrischimpfung ein Jahr nach der letzten Impfung gegeben werden. Alternativ kann eine Titer Bestimmung durchgeführt werden (empfohlen), siehe Punkt 6.

 

5. Empfohlen wird eine Auffrischimpfung nicht häufiger als alle 3 Jahre. Das bedeutet aber nicht, dass der Hund alle drei Jahre geimpft werden soll. Wenn der Hund bereits immun ist,  ist die Wiederholungsimpfung wirkungslos.

 

6. Die WSAVA unterstützt die Nutzung von Titer Bestimmungen, um unnötige Impfungen zu vermeiden. Durch eine Blutprobe kann die Anzahl der Antikörper bestimmt werden. Eine Präzenz von Antikörpern bedeutet, dass der Hund immun und eine Auffrischimpfung unnötig ist.

 

7. Es sollten nur so wenige Impfungen wie möglich gegeben werden, da Impfungen immer mit dem Risiko von Nebenwirkungen verbunden sind. Diese reichen von leichten Nebenwirkungen wie Fieber oder Appetitlosigkeit bis hin zu schweren wie Epilepsie, Arthritis, autoimmun hämolytischer Anämie und Allergien. Die schweren Nebenwirkungen können lebensbedrohlich sein.

 

Impfungen gegen Leptospirose gehören nicht zu den standardmäßig empfohlenen Impfungen.
Zwingerhusten wird als harmlose Erkrankung eingestuft, für die eine Impfung nicht zwingend nötig ist.

 

 

Die aktuellste Impfempfehlung von Dr. Jean Dodds für 2014

Link zum Originaltext:

http://drjeandoddspethealthresource.tumblr.com/

 

9-10 Wochen: Staupe + Parvovirose

14-16 Wochen: Staupe + Parvovirose

20 Wochen oder älter: Tollwut

 

1 Jahr: Staupe + Parvovirose, optional: Antikörper Titer Test

1 Jahr: Tollwut, 3-Jahresprodukt, 3-4 Wochen nach der Staupe/Parvovirose Nachimpfung

Danach Antikörper Titer Tests für Staupe, Parvovirose und Tollwut alle drei Jahre oder öfter wenn gewünscht.

Laut Dr. Dodds gehören Impfungen gegen Leptospirose, Hepatitis, Zwingerhusten usw. nicht zu den Impfungen, die jeder Hund bekommen muss. (In Englisch: Core Canine Vaccines).

Sie hängen von dem regionalen Vorkommen der Pathogene und der persönlichen Situation ab.